Gemischte Fragen und Antworten Teil 1

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Auf dieser Seite sind einige Fragen und Antworten zur Allgemeinen und Anorganischen Chemie zusammengestellt. 

Urotropin

Rohrzuckerinvasion Was ist Urotropin? Organischer Name (rationelle Nomenklatur) und Struktur der Verbindung? Beim Erhitzen in wässriger Lösung zerfällt Urotropin. Geben Sie dazu die Reaktionsgleichung an.

Antwort:
Hexamethylentetramin oder 1,3,5,7-Tetraazaadamantan.
Urotropin
Formol-Titration
Dieo.g. Reaktion läuft rückwärts ab. In wässriger Lösung liegt Formaldehyd und Ammoniumionen vor. (Das Formaldehyd natürlich hydratisiert, aber das ist nicht gefragt)

Digerieren, Umfällen, Mitfällung, Kolloid

Erklären Sie die Begriffe kurz anhand von Beispielen aus dem analytischen Trennungsgang!

Antwort:

Nomenklatur Komplexverbindungen

K3[Fe(CN)6], [Ag(NH3)2]Cl

Antwort: Kaliumhexacyanoferrat(III) (rotes Blutlaugensalz); Diamminsilber(I)chlorid (wird mit zwei m geschrieben und hat nichts mit einem Amin zu tun)

Halogensauerstoffsäuren des Chlors

Welche Halogensauerstoffsäuren des Chlors kennen Sie? Gehen Sie auf Oxidationszahlen, Säurestärke und Oxidationskraft der jeweligen Säure ein. Wie können diese Säuren experimentell dargestellt werden?

Antwort: (Das "E" bei der Oxidationskraft soll natürlich ein epsilon sein!)

Name Struktur Oxidationszahlen Säurestärke pKs Oxidationskraft Experimentelle Darstellung
Hypochlorige Säure HClO
"unterchlorige Säure"
Hypochlorige Säure +I 7,54 Die hypochlorige Säure gehört zu den starken Oxidationsmitteln. µ0(HOCl/Cl-)=+1,49V

Beispiele:
  • bleicht sofort Lackmuspapier oder Indigolösung, zerstört diese Farbstoffe also oxidativ
  • bildet mit Salzsäure Chlor
  • macht aus Iodwasserstoff Iod frei
    2I- I2 + 2e- u.a.
Chlor wird in Wasser eingeleitet:
Cl2 + HOH = HCl + HOCl
(statt dem Reaktionspfeil, der sich in HTML sowieso nicht richtig darstellen lässt, wird ein = verwendet, schließlich ist linke und rechte Seite gleich!)

Das obige Gleichgewicht liegt weitgehend links. Um es nach rechts zu verschieben gibt man Quecksilberoxid (HgO) zu um die Salzsäure (Wikipedia: "Chlorwasserstoffsäure" ) als Quecksilberoxidchlorid (HgCl
2* 2 HgO) auszufällen. Mit geeigneten Lösungsmitteln (z.B. Ketone, Ester, Nitrile) lässt sich HOCl von Chlorid befreien.
Chlorige Säure HClO2 Chlorige Säure +III 1,97 Bedeutungslos. Die Säure zersetzt sich schnell:
5 HClO2   4 ClO2 + HCl + 2 H2O
unbedeutend
Chlorsäure HClO3 Chlorsäure +V -2,7 Konzentrierte Chlorsäure ist ein kräftiges Oxidationsmittel: bei pH=0: µ0(ClO3/Cl-)=+1,45V. Besonders oxidierend wirkt eine Mischung aus konz. Chlorsäure und rauchender Salzsäure "Euchlorin": man benutzt sie zum Zerstören organischer Stoffe bei Prüfung auf anorganische Bestandteile. Mit zunehmendem pH-Wert nimmt Oxidationskraft ab, bei pH=14: µ0(ClO3/Cl-)=+0,692V Zur Darstellung geht man von den Salzen, den Chloraten aus.

Diese entstehen bei der Einwirkung von Hypochloriger Säure auf Hypochlorit:
2 HClO + ClO-  2 HCl + ClO3-
Die hypochlorige Säure oxidiert ihr eigenes Salz zum Chlorat.
Man muss nur schwach ansäuern, da im Verlauf der Reaktion HCl immer wieder nachgebildet wird.

Danach Umsetzung von Bariumchlorat mit Schwefelsäure:
Ba(ClO3)2 + H2SO4  2 HClO3 + BaSO4
Perchlorsäure HClO4 Perchlorsäure +VII -10 Reine HClO4 zerfällt beim Erwärmen explosionsartig. Brennbare Substanzen (Holz, Papier, organische Verbindungen....) werden explosionsartig oxidiert! Reduktionsmittel (HI, SOCl2) reagieren unter Entzündung. Silber und Gold wird gelöst. Schmerzhafte und schwer heilende Wunden auf der Haut!

Für das geringe Oxidationsvermögen der wesentlich beständigeren verdünnten Perchlorsäure sind kinetische (sterische) Gründe maßgebend. Oxidationspotential:  µ0(ClO4-/Cl-)=+1,38V: die verdünnte Lösung kann mit HCl schwach erwärmt werden, ohne dass Chlor entsteht. Indigo wird auch in stark saurer Lösung nicht entfärbt. HI, HNO2, Cr2+, Eu2+ reagieren nicht. Oxidiert wird aber: Sn2+, Ti3+, V2+, S2O42-.
Erhitzt man Chlorate, z.B. Kaliumchlorat auf höhere Temperatur so disproportionieren sie unter Bildung von Chlorid und "Perchlorat":
4 KClO3  KCl + 3 KClO4

HClO4 entsteht beim Behandeln von NaClO4 mit konz. Salzsäure:
NaClO4 + HCl  NaCl + HClO4
und kann nach Abfiltrieren von ausgefallenem NaCl im Vakkum zusammen mit ca. 30% Wasser abdestilliert werden.

Gleiche Tabelle mit Hinweise zu den Salzen der Chlorsäuren

pH-Wert eines Salzes (Eisenhydroxid)

Berechnen Sie den pH-Wert einer gesättigten Fe(OH)3-Lösung (KL = 6*10-38 mol4L-4).

Fe(OH)3 = Fe3+ + 3 OH-

[Fe3+][OH-]3 = KL
[Fe3+] = 3[OH-]
3[OH-][OH-]3 = KL
[OH-] = root4(KL/3) = 3,76*10-10 mol/L (Hinweis: root4(...) soll die 4. Wurzel sein! Formeln lassen sich mit HTML nicht gut darstellen)
pOH = 9,4 ===> pH=4,6

Bei diesem pH-Wert wird das Löslichkeitsprodukt also gerade überschritten.

Säurekonstante einer schwachen Säure nach Titration berechnen

25mL einer schwachen Säure HX werden mit einer 0,25-molaren NaOH titriert. Nach Zugabe von 5 mL NaOH ist der pH-Wert pH = 4,5. Der Äquivalenzpunktwird nach Zugabe von 34,5 mL NaOH erreicht. Berechnen Sie die Säurekonstante Ks von HX.

Diese Aufgabe befindet sich auch im Mortimer (8. Ausgabe,  S. 317)

Vorsicht Falle!Vorsicht "Falle": Schwache Säure und Lauge -----> Pufferlösung!

Die anfangs vorhandene Menge der Säure HX entspricht der Stoffmenge der bis zum Äquivalenzpunkt zugegebenen Natronlauge: n0(HX) = c(OH-) * Väquiv = 0,25M * 34,5mL = 8,625 mmol

Nach Zugabe von 5mL Natronlauge sind X- - Ionen in entsprechender Menge entstanden:
n(X-)=0,25mmol/mL * 5mL = 1,25mmol

und von der Säure sind übrig:
n(HX) = (8,625 - 1,25)mmol = 7,375 mmol

Der pKs-Wert ergibt sich aus der Puffergleichung (Henderson-Hasselbalch):
pKs = pH + log n(HX) / n(X-) = 4,50 + log (7,375 / 1,25) = 5,27, KS = 5,36*10-6 mol/L

VSEPR-Modell

Skizzieren Sie die räumliche Konstitution der folgenden Moleküle mittelsValenzstrichformel und VSEPR-Modell. Bennen Sie die resultierende Anordnung der Bindungspartner im Raum: CO32-, SO2, NO2, PF5, XeF4.

Lösung: ausführliche Lösung dieser Aufgaben auf der Seite VSEPR-Modell.

pH-Wert einer Sulfit-Lösung (Natriumsulfit, Na2S)

Welchen pH-Wert hat eine 0,1molare Na2S-Lösung? Ks1(H2S)=1*10-7mol/L. KS2(HS-)=1*10-14 mol/L

Hinweis: Diese Aufgabe steht auch im Mortimer (Ausgabe 8, S. 310):

S2- + H2O = HS- + OH-

Zunächsteinmal braucht man die Dissoziationskonstante: KB = KW / KS = 1,0*10-14 / 1,0*10-14 mol/L = 1,0 mol/L

Die Näherungsformel für schwache Basen [OH-] = sqrt(KB*C0) (vgl. Mortimer, S. 299) sollte für KB > 10-4 nicht verwendet werden. Also löst man das Massenwirkungsgesetz auf zu:

[OH-] = - 1/2 * 1,0 + sqrt(1/4 * 1,02 + 1,0 * 0,1) mol/L = 0,09 mol/L (Hinweis: sqrt soll für Quadratwurzel stehen)
pOH = 1,04 ===> pH = 12,96


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